Bewährungsstrafe in Prozess um große Cannabis-Plantage in Thüringen

Am 1. April 2014 hatte die Polizei im thüringischen Schwerstedt eine der größen Cannabisplantagen der letzten Jahre ausgehoben: In Scheunen und Schuppen eines in Schwerstedt befindlichen Bauernhofs wurden mehr als 1.500 Pflanzen und ca. 15 Kilogramm bereits geerntetes und getrocknetes Cannabis sichergestellt. Unser Mandant war als Betreiber der Plantage am 2. April 2014 in Berlin verhaftet worden und befand sich bis zum Prozess in Untersuchungshaft. In der Hauptverhandlung gelang es uns darzulegen, dass die Durchsuchung des Bauernhofs, auf dem sich die Plantage befand, rechtswidrig angeordnet bzw. durchgeführt wurde: Die Polizei hatte mit einem wegen Verdachts eines Handydiebstahls ausgestelltem Durchsuchungsbeschluss durchsucht, dabei aber – aufgrund zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegender Ermittlungsergebnisse – gezielt nach der Cannabisplantage gesucht. Nachdem wir diesen Ablauf in der Hauptverhandlung darlegen konnten, waren Gericht und Staatsanwaltschaft zu einer sog. Verständigung („Deal“, s. § 257c StPO) bereit, mit der wir für unseren Mandanten eine sich auf zwei Jahre belaufende Bewährungsstrafe erreichen konnten. Der Mandant wurde am Tag der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft entlassen. Die durch den Kollegen Brunzel aus Dresden verteidigte Mitangeklagte erhielt ebenfalls eine Bewährungsstrafe.

Aktenzeichen 540 Js 10230/15 1 Ls (Amtsgericht Weimar)

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