Bewährungsstrafe in Prozess wegen schweren Raubes

Dem Mandanten von Rechtsanwalt Dr. Toralf Nöding wurde vorgeworfen, am 13. April 2010 gemeinsam mit zwei weiteren Angeklagten den Geschädigten in dessen Wohnung aufgesucht und unter Vorhalt eines sog. Samuraischwertes beraubt zu haben. Dieses Geschehen werte die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift als besonders schweren Raub, der im Mindestmaß mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren bedroht ist. Rechtsanwalt Dr. Nöding, der hier erneut gemeinsam mit Rechtsanwalt Steffen Dietrich verteidigte, hatte sich für eine zweigleisige Verteidigungsstrategie entschieden: Zum einen verlas er für den Mandanten ein Geständnis, in welchem die Tatvorwürfe in tatsächlicher Hinsicht eingeräumt wurden, zum anderen argumentierte er in rechtlicher Hinsicht dahingehend, dass es sich nicht um einen besonders schweren Raub (Mindestfreiheitsstrafe: fünf Jahre), sondern lediglich um eine gefährliche Körperverletzung (Mindestfreiheitsstrafe: sechs Monate) mit nachfolgendem Diebstahl handelte. Zudem hatte er mit dem Geschädigten eine sog. Schadenswiedergutmachungsvereinbarung getroffen, nach der dieser eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von € 1.000,- akzeptierte. Im Prozess machte der Geschädigte, gegen den im Zusammenhang mit der Tat wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt wurde, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Das Gericht verhängte gegen den Mandanten lediglich eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren und ordnete seine Entlassung aus der Untersuchungshaft an (Landgericht Berlin – 33. Strafkammer – , AZ 533- 18/10, rechtskräftig).